San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) 2011
Behandlung des HER2-positiven metastasierten Brustkrebs: Pertuzumab – positive Resultate der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie veröffentlicht


Im Rahmen des 34. CTRC-AACR San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) werden die Resultate der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie CLEOPATRA bekannt gegeben. Diese Ergebnisse der ersten randomisierten Phase-III-Studie mit Pertuzumab bestätigen einen signifikanten Vorteil im progressionsfreien Überleben (PFS) für Patientinnen mit nicht vorbehandelten HER2-positivem metastasierendem Brustkrebs, die mit Pertuzumab in Kombination mit Herceptin und Docetaxel-Chemotherapie behandelt wurden. Verglichen mit Patientinnen, die Herceptin in Kombination mit einer Doxetaxel Chemotherapie erhielten, wurde das progressionsfreie Überleben um 6,1 Monate verlängert (18,5 vs. 12,4 Monate, HR=0,62, p=0,0001).

An der randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Phase-III-Studie CLEOPATRA (CLinical Evaluation Of Pertuzumab And TRAstuzumab) nahmen 808 Patientinnen aus weltweit 19 Ländern mit nicht vorbehandeltem HER2-positivem metastasierendem Brustkrebs teil. Bei Patientinnen, die mit der Kombination Pertuzumab, Herceptin und Chemotherapie behandelt wurden, verminderte sich das Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung (PFS) gegenüber der Kontrollgruppe (Herceptin und Chemotherapie) um 38% (HR=0,62; p=0,0001). Zugleich war die Zeitspanne ohne Fortschreiten der Erkrankung (progressionsfreies Überleben) signifikant länger als bei Patientinnen, die kein Pertuzumab erhielten (medianes PFS 18,5 vs. 12,4 Monate, HR=0,62, p=0,0001).

Das Zulassungsgesuch wurde bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) eingereicht.

CLEOPATRA-Studie

Patientinnen im Behandlungsarm mit Pertuzumab (n=402) erhielten:
• 840 mg Pertuzumab als Initialdosis, anschließend 420 mg alle drei Wochen
• 8 mg/kg Herceptin als Initialdosis, anschließend 6 mg/kg alle drei Wochen
• 75–100 mg/m2

Patientinnen im Behandlungsarm mit Herceptin plus Docetaxel (n=406) erhielten:
• 8 mg/kg Herceptin als Initialdosis, anschließend 6 mg/kg alle drei Wochen
• 75–100 mg/m2 Docetaxel alle drei Wochen während sechs Zyklen bzw. bis zur Tumorprogression

Der primäre Endpunkt der Studie war das von einem unabhängigen Sachverständigen-Komitee ermittelte progressionsfreie Überleben. Sekundäre Endpunkte waren das Gesamtüberleben, progressionsfreies Überleben ermittelt durch den Prüfarzt, das Sicherheitsprofil, die Gesamtansprechrate, die Remissionsdauer, die Lebensqualität sowie Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Biomarkern und klinischem Resultat.

Reife Daten zum Gesamtüberleben stehen derzeit noch nicht zur Verfügung, doch bereits jetzt zeigt sich ein tendenzieller Vorteil zugunsten von Pertuzumab in Kombination mit Herceptin und Docetaxel (HR 0,64; 95% CI, 0,47?0.88; p = 0,0053). Finale Daten werden für 2013 erwartet.

In der Studie wurden keine neuen sicherheitsrelevanten Anzeichen festgestellt. Die unerwünschten Wirkungen entsprachen denjenigen, die in früheren Studien mit Pertuzumab und Herceptin – in Kombination oder allein verabreicht – aufgetreten waren.

Pertuzumab

Pertuzumab ist ein monoklonaler Antikörper, der bei frühem und metastasierendem HER2-positivem Brustkrebs geprüft wird. Bei diesem gezielt auf HER2 ausgerichteten Prüfmedikament handelt es sich um einen HER2-Dimerisierungshemmer (HDI). Die HER-Dimerisierung (Paarung) spielt bei der Entstehung und beim Wachstum verschiedener Krebsarten eine wichtige Rolle. Pertuzumab ist das erste Prüfmedikament, das speziell entwickelt wurde, um zu verhindern, dass sich der HER2-Rezeptor mit anderen HER-Rezeptoren (EGFR/HER1, HER3, HER4) verbindet. Auf diese Weise blockiert Pertuzumab die Weiterleitung von Zellsignalen, was schließlich zur Hemmung des Krebszellwachstums oder zum Absterben der Krebszelle führen kann. Die Bindung von Pertuzumab an HER2 kann darüber hinaus dem Immunsystem des Körpers signalisieren, dass es die Krebszellen zerstören soll. Studien zeigen, dass die Wirkmechanismen von Pertuzumab und Herceptin einander ergänzen, da beide Medikamente an den HER2-Rezeptor binden, jedoch an verschiedenen Regionen des Rezeptors ansetzen. Das Ziel der kombinierten Prüfung von Pertuzumab mit Herceptin und Chemotherapie war, festzustellen, ob die Kombination eine umfassendere Blockade der HER-Signalwege bewirken kann. Das Ergebnis der CLEOPATRA-Studie bestätigt diese Theorie.

Roche Pharma AG


Dezember 2011

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Vulväre intraepitheliale Neoplasie
Präinvasive genitale Läsionen mit erheblich ange stiegener Inzidenzrate

Literaturreferate
GeparQuattro-Studie:
Neoadjuvante Therapie mit Trastuzu-mab bei HER2-positivem Brustkrebs

Capecitabin zu Anthrazyklin- und Taxan-basierter neoadjuvanter Therapie bei primärem Brustkrebs

Paclitaxel dosisdicht bei fortgeschrittenem Ovarialkrebs